Am Sonntag vor meinem ersten Arbeitstag an der Primarschule in Elsternwick habe ich mir unglücklicherweise eine tiefe Schnittwunde eingeholt, gerade etwa dort, wo der grosse Zeh in den Fuss übergeht (so viel zu meinem anatomischen Wissen). Der Schnitt tat weh, doch das heilt schnell wider, dachte ich mir, und, morgen ist mein erster Arbeitstag. Nun, eine Woche später, hängt nun der obere Teil meines grossen Zehen und ich habe für den besagten Dienstag einen Termin bei einer Allgemeinärztin. Bevor ich zum Termin losfahre, will ich mein Fahrrad an einer der kostenlosen Bike-Stationen am Strand pumpen, obschon es noch sehr gut fährt. Anstatt zu pumpen, habe ich jedoch einfach alle Luft aus dem Pneu herausgelassen. So musste ich, anstatt wie sonst 15‘ zu fahren, 45‘ nach Elsternwick laufen. Als mir im Anschluss die Ärztin mitteilte, dass ich mir vielleicht die Sehne angeschnitten habe, deshalb ein Röntgenbild machen müsse, damit zum Fussspezialist soll, und sowieso hätte ich gerade am Sonntag gehen müssen, als die Schnittwunde passierte, da war genug und auf dem Weg zwischen Doktor und Schule sass ich auf eine Bank und vergoss ein paar Tränen, überfordert.


Nach 2.5 Monaten Ferien braucht es etwas Zeit, mich im Arbeitsalltag in einem neuen Land zurechtzufinden. Geschweige denn zu wissen, was ich überhaupt unterrichte. Dazu eine Anekdote: In der ersten Stunde des Tages unterrichte ich jeweils Englisch. Die Hälfte der Wörter, die ich dort den Kindern beibringen sollte, kenne ich selber nicht, geschweige denn zu wissen, wie sie geschrieben werden sollen:-).



Für den Moment gebe ich mich mit der Stelle zufrieden, denn sie ist gut genug. Sie schenkt Routine, eine Aufgabe und einen ersten sehr wertvollen Einblick in den australischen Schulalltag. Doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass dies noch nicht meine Stelle ist. Ich erwische mich mit dem wiederkehrenden Gedanken, dass ich mich zu schnell für eine Stelle entschieden habe und besser zuerst erst ein wenig als Stellvertretung hätte arbeiten sollen, um herauszufinden, wo es mir denn gefällt, denn das weiss ich definitiv nicht. Doch im Nachhinein bin ich immer schlauer und ich will mir noch ein wenig Zeit an der Schule geben. In meinem Kopf mahnt die Stimme des dänischen Philosphen Søren Kierkegaard der sagt: „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“.
Geduld üben, raten mir alle meine lieben Freundinnen und meine Familie, auch im Thema Freundinnen finden. Ich war mutig, finde ich, denn ich habe an Events teilgenommen und mich mit vielen neuen Menschen unterhalten. Doch da gab es niemanden, der mich tatsächlich fragte: „Willlst du mal einen Kaffee trinken?“ und selbst zu fragen, habe ich mich nicht getraut. Mit der zurückkehrenden Alltagsroutine wünschte ich mir jedoch genau das sehr fest. Freundinnen, die Zeit haben, um mit mir Spazieren zu gehen oder einen Kaffee trinken. Nun, die gibt es (noch) nicht. Für mich ist das schwierig. Es ist wohl an der Zeit, dass ich lerne, mit mir selbst Spass zu haben. Ich bin zuversichtlich, dass ich meine Routine in der Arbeit finde sowie auch Freundinnen. Bis es soweit ist, übe ich mich in Geduld, Selbstliebe und Mut, auf Menschen zuzugehen sowie auch, an Events alleine teilzunehmen. Ich kann das. Plus, unsere Nachbarskatze Mo leistet mir herrliche Gemeinschaft.



Harry‘s Senf
This mustard isn’t the good kind. It’s not the excellent companion to your wurst and brot. It’s the overpriced, tastes too much like honey, tobacco smoked variety. We must be entering winter because everything sucks.
Perhaps the brisk weather reminds us of the place we called home for the last 6 years. Clearly, we’re mourning our voluntary departed past lives. It’s the first time in 2023 that I’ve stayed in the same country more than a month. Without momentum I feel like I’m falling. Like a bird that stops flapping its wings while running across water, but trips. I plunge below the surface. A bird has more grace. I’ve only seen them take off from the water, dive under, or bop on the current. Instead, I’m under. Down under and needing a breath of fresh air. Sink or swim, they say, but, I want to fly.
It’s the same old struggle – Where’s my tribe?
Am I on the right path?
Why can’t I be happy with what I have and not want more. We have to be patient with the decisions we make. Perhaps making sure numbers match and reconcile is a good enough occupation to save money, buy a house, go on some holidays. That’s life isn’t it?
Moving to Australia is flirting with the adventure we seek. Distancing ourselves from the boring mundane routine of a normal life. Until, well, it becomes just that again. A stagnating life. It’s adventure until it isn’t. We grow from our struggles. Time to stand up straight, find a pencil and, draw a line above my head on the wall behind me. I sense a growth spurt.

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